Meine Berufung

©Martina Prager

Pfingstrosen sind die Rosen meines Herzens. Ich bin am 2. Juni 1974 geboren, es war der Pfingstsonntag. Die kirchliche Bedeutung besagt, dass man Pfingsten 50 Tage nach Ostern feiert. Es besagt, dass dies der Tag war, an dem die Jünger vom Heiligen Geist erhellt wurden. Sie konnten plötzlich mehrere Sprachen sprechen und waren dazu auserkoren das Evangelium zu verbreiten.

Auch wenn ich schon lange aus der Kirche ausgetreten bin, glaube ich an etwas Höheres und ich lese die Zeilen heute ganz bewusst nochmals und merke wie mir plötzlich ganz warm ums Herz wird. Ich schaue dabei auf das Bild, welches ich im letzten Jahr von meinen Pfingstrosen gemacht habe, die ich anlässlich meines Geburtstages von einer lieben Freundin geschenkt bekommen habe. Dabei fällt mir ein Wort ein, welchem ich nie richtig Beachtung schenkte. Doch heute bekommt es die Aufmerksamkeit, die es sich verdient hat.

Meine Großeltern nannten mich immer, wenn sie über mich sprachen „unsere Rose“. Ich merke wie sehr mich dieses Wort aufwühlt und erkenne, wie plötzlich alles einen Sinn bekommt.

Viele Hürden musste ich bereits in meinem Leben überwinden, einige waren so schwer und sind es auch jetzt noch, doch habe ich es bis heute ganz gut hinbekommen. Sicherlich, die eine oder andere seelische Narbe habe ich davongetragen, mein Herz ist zwar vernarbt, aber es ist noch am rechten Fleck.

Manchmal gab es Zeiten, in denen ich es zum Schutz fast verschlossen, hatte, doch war es immer vorhanden. Ich war und bin von Geburt an ein Herzensmensch, doch habe ich dieses lange nicht gelebt, es war mein Eigenschutz, um mein Herz davor zu bewahren zu zerbrechen, und somit daran zu sterben.

Heute erkenne ich, dass es viel Mut dazu gebraucht hat. Die Jünger wurden also ausgesandt, um das Evangelium zu verbreiten, dieser Satz löst in mir berührende Gänsehaut aus, denn auch ich habe seit einiger Zeit das Gefühl, meine Lebensgeschichte verantwortungsvoll und achtsam in die Welt hinauszutragen. Meine Mission, die mir bereits in die Wiege gelegt wurde.

Ich habe mich oft gefragt, warum ich gewisse Dinge so extrem erleben musste, doch heute weiß ich warum. Es war wichtig all diese Hürden auf mich zu nehmen, um darüber reden zu können, daraus zu lernen, und somit meine Erfahrungen mit anderen die ähnliches erlebten oder erleben auf ihrem Weg mit konstruktivem Rat und aktiver Tat, beistehen zu können. Aufzuzeigen das, auch wenn es noch so schwere Zeiten zu überwinden gilt, es doch immer zu einem großen Teil an einem selbst liegt, wie man diese übersteht. Ich finde es wertvoll, und auch das durfte ich erfahren, zu wissen das man nicht allein ist und man, von wem auch immer, gehalten, geführt und beschützt wird. Ein Blick auf meine Pfingstrosen lässt mein Herz leuchten und ich erkenne welch wunderbare und wertvolle Fähigkeit ich in die Wiege gelegt bekomme habe, als Herzensmensch durchs Leben zu wandern und somit mir selbst und vielen anderen Menschen Wärme, Licht und Liebe zu schenken.

Rosen meines Herzens
Meine Berufung leben und gleichzeitig ANKOMMEN

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